Fotoserien als Reportage

Darf’s ein bißchen mehr sein?

Während es bei Stockagenturen, Galerien und Fotoshops um den Verkauf von Einzelstücken geht, gibt es nur wenige Möglichkeiten, ganze Bilderserien zu verkaufen. Kalender, Postkartensets (wie altmodisch!) und Fotobücher fallen mir da ein. Seit Juni 13 gibt es jetzt eine weitere interessante Möglichkeit für Leute, die etwas mehr aus ihren Fotografien machen wollen.

Reportagen.de

Die neu gegründete Medienagentur Reportagen.de will Fotografen eine Plattform zur Vermarktung von Fotoserien, eben in Form von Reportagen, bieten. Das können Reiseberichte, Tierstories, Reportagen oder Dokumentationen sein.

Idealerweise sollen zu den Fotoserien auch ausformulierte Texte mitgeliefert werden, so daß der Content ohne größere Bearbeitung an Verlage und Redaktionen vermarktet werden kann.

Es gehört aber zum Konzept, daß auch Fotografen, die mit der Texterei eher auf Kriegsfuß stehen, zum Zuge kommen können. In diesem Fall liefert man zur Fotoserie die nötigen Sachinformationen und Erlebnisse und überläßt das Texten den Kollegen der schreibenden Zunft.

Interview

Ich habe mit Michael Krabs, dem Gründer der neuen Agentur, ein kleines „Mailinterview“ geführt und lasse ihn jetzt am besten selbst zu Wort kommen.

  • Können auch Bilderstrecken ganz ohne Text, lediglich mit Stichworten und Bildunterschriften, eingereicht werden? Welche Auswirkungen hat das auf die Vergütung?

Ja das geht. Je nach Thema sind mal mehr oder weniger stichwortartige Infos nötig. Themen, zu denen wir selber recherchieren können, benötigen weniger Informationen. Ein paar persönliche Eindrücke oder Erlebnisse können ebenfalls helfen, da der Text dann „lebendiger“ wird. Die Lieferung solcher Infos kann per Mail oder sogar handschriftlich erfolgen. Wenn wir den Text zur Story schreiben, teilen wir 50/50. Es sei denn, es wird eine Fotostrecke, fast ohne Text. Dann erhält der Fotograf 70% Es soll fair zugehen und hängt daher am Aufwand, den wir investieren.

  • Werden Fotoserien immer als Ganzes verwendet oder jeweils nur ausgewählte Bilder?

Das kommt auf die Menge an. Wir können maximal 34 Fotos Online zeigen, wobei die Thumbnails extrem kleine sind. Einige Redaktionen wünschen sehr große Bildauswahlen, andere möchten eine Vorauswahl. Am Ende treffen aber immer die Bildredakteure der Medien eine Entscheidung. In der Regel finden Sie dann in einem Magazin je nach Umfang des Themas 5-20 Fotos.

  • Ist auch an eine internationale Vermarktung gedacht? Und wie läuft es dann mit der Übersetzung?

Die Idee ist durchaus vorhanden. Aber wir müssen Schritt für Schritt vorgehen. So etwas benötigt ja auch einen internationalen Vertrieb, fremdsprachigen Support, eine entsprechend übersetzte Webseite usw. Mit den Übersetzungen alleine ist es nicht getan.

  • Gibt es Mindestanforderungen an die Bildauflösung, Obergrenzen für Dateigrößen oder sonstige technische Anforderungen?

Wir nehmen alle Dateigrößen an. Diese rechnen wir für die Online-Darstellung dann etwas runter. Für den Offsetdruck werden Dateigrößen benötigt, die einen DIN A4 Abdruck erlauben. Also ca. 6 Millionen Pixel pro Bild sollten es sein. Jedoch können wir auch Ausnahmen machen und darauf dann Online hinweisen. Solche Themen sind dann nur für Online-Magazine, Blogs usw. geeignet.

  • Wie lange sollen die Reportagen bzw. Fotostrecken online bleiben? Wie lang ist die Vertragslaufzeit?

Wenn ein Thema überholt ist, müssen wir es löschen. Lieferanten haben eine Löschfrist von 12 Monaten. In Ausnahmefällen können wir Themen aber kurzfristig sperren oder ausblenden. Zum Beispiel wenn jemand selber ein Thema exklusiv verkauft hat. Die lange Frist ist gedacht, weil Redaktionen oft Themen „liegen lassen“ und dann doch plötzlich bringen. Zum Beispiel weil es zum Heftschwerpunkt passt oder aktuelle Ereignisse eintreten, zu denen das Thema passt.

  • Dürfen nur Profifotografen mitmachen oder auch (ambitionierte) Amateurfotografen?

Ambitionierte Hobbyfotografen und Hobbyautoren sind herzlich willkommen!

  • Werden Reportagen mehrmals angeboten? Oder jeweils exklusiv nur für einen Lizenznehmer?

In der Regel mehrmals. Überregionale Magazine erhalten aber einen Konkurrenzschutz. Exklusivität ist auf Anfrage auch oft möglich. Dies sprechen wir dann mit den Lieferanten ab.

Fazit

So,  jetzt aber zur Webseite und schauen Sie sich am besten selbst mal dort um.

Ich denke, daß schon jetzt, kurz nach der Gründung, eine der besten Seiten im Web zu bewundern ist. Und wer schon immer mal mehr aus seinen Fotos machen wollte, hat jetzt die Chance, von Anfang an dabei zu sein.

 

Eine Antwort auf “Fotoserien als Reportage

  1. Wolfgang

    Schöner Bericht. Ich habe mich auf Reportagen.de angemeldet und muss jetzt mal ein paar Bilddateien liefern. Zunächst einmal die Azoren-Reise. Zu erwähnen ist, dass Herr Krabs Gründer von Zoonar ist. Seriös sollte das Ganze also sein.

    VG, Wolfgang

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.